Kinder der Nacht, Wächter der Träume
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-Das Bild-

Die Sonne scheint. Ich laufe die Stra?e entlang. Und pl?tzlich sehe ich dich. Du bist einfach da.
Du stehst vor einem Bild am Schaufenster. Staunend. Fasziniert. Ein L?cheln umspielt deine Lippen.
Ich sehe ebenfalls hin. Will wissen, was dich so begeistert. Was dich dazu bringt, alles um dich herum zu vergessen. Ich sehe es an. Es ist ein Gem?lde von einer jungen Frau. Der Wind weht ihr immer wieder ihre langen Haare ins Gesicht. Wie ein Schleier, ihr Gesicht umh?llend. L?sst sie geheimnisvoll in ihrer Vollkommenheit erscheinen.
Ich sehe das Bild dieser jungen Frau, und doch sehe ich Nichts. Nichts, was bei mir auch nur ann?hernd die gleiche Begeisterung auf mein Gesicht hervor rufen k?nnte, wie bei dir.
Ich verstehe es nicht. Ich frage mich, wie dieses Bild von einer Frau nur solch ein entz?cken bei dir hervorrufen kann.
Mein Blick wandert. Das Schaufenster spiegelt dein Gesicht wieder. Dein wundervoll ebenm??iges Gesicht. Ich muss einfach l?cheln. Wenn du nur w?sstest wie gl?cklich du mich machst. Ich w?rde es dir so gerne sagen. Aber du siehst mich ja nicht. Du siehst nur diese Frau auf dem Bild.
Und pl?tzlich drehst du dich zu mir um. V?llig unerwartet. Fragst mich was ich von diesem Bild halte. Fast erwartungsvoll.
Ich bin verwirrt. Wei? nicht was ich sagen soll. Blicke verlegen auf den Boden.
Ich merke das du nerv?s wirst. Ich schaue dich an.
Pl?tzlich sprudelt es aus dir heraus. Du sagst, dass ich diese wundersch?ne Frau w?re. Dass du, dieses Bild gezeichnet hast. Du h?ttest immer gehofft, das ich es einmal sehen w?rde. Es mir gefallen w?rde. Deswegen h?ttest du es hier ausgestellt. Du entschuldigst dich bei mir, da du mich nicht einmal ann?hernd so wundersch?n hast zeichnen k?nnen wie ich es angeblich sei.
Und dann rennst du weg. L?sst mich einfach alleine.
Es beginnt zu regnen.
Ich w?rde dir gerne hinterher laufen.
Ich kann es nicht. Wie gebannt blicke ich dir hinterher.
Ich frage mich warum? Warum ist es so schwer? So schwer, dir meine Gef?hle zu offenbaren?
Ich schaue das Bild wieder an. Ratlos. Erst jetzt f?llt mir auf, dass die junge Frau auf dem Bild weint. Das ein Netz von Tr?nen ihr Gesicht bedeckt, mein Gesicht.
Unter dem Bild steht der Titel. Er lautet: warum?
Ich gehe in den Laden. Will das Bild kaufen. Unverk?uflich, sagt die nette Verk?uferin.
Stattdessen gibt sie mir eine Adresse. Deine.
10.10.03 20:40


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-Der alte Baum-

Anne sa? bei ihrer Gro?mutter. Sie war schon alt und sah beinah noch ?lter aus, aber sie hatte immer ein L?cheln auf ihren Lippen. Sie f?hlte sich wohl bei ihr und wenn Anne nicht gerade einmal, wie heute, unangemeldet kam, dann hatte ihre Gro?mutter immer etwas zum naschen f?r sie bereit stehen. Heute gab es nur Kaffee. Viel zu starken Kaffee. Aber Anne nahm ihn dankbar entgegen, denn es war kalt drau?en. Und dabei hatte der Fr?hling, laut Kalender, schon lange begonnen.
Ihre Gro?mutter fing mal wieder an von den alten Zeiten zu reden. Fr?her, wo entweder alles doppelt so schlimm oder auch besser war. Fr?her wo sie noch jung war. Wie lange das wohl her sein mochte?
Nun, ihre Gro?mutter hatte viele Sachen erlebt, um die Anne sie wei? Gott nicht beneidete. Da w?re der Krieg, der Hunger, die Angst...
Annes Gedanken schweiften ab und sie fragte sich, was sie wohl sp?ter ihren Enkeln erz?hlen w?rde. Viel passierte nicht gerade in ihrem Leben. Nichts, was sich zu erz?hlen lohnen w?rde. Aber ob das wirklich so schlimm war, war mehr als nur fragw?rdig. Manchmal war es wohl besser wenn ?berhaupt nichts passiert. Dann konnte wenigstens auch nichts schlimmes passieren.
Sie blickte noch in Gedanken versunken aus dem Fenster. Es hatte angefangen zu regnen. Kleine Fl?sse bildeten sich und liefen, unsichtbaren Hindernissen ausweichend, langsam die Fensterscheibe entlang.
Ihr Blick richtete sich zu den unheimlichen Unget?mern auf der Stra?e, welche jetzt zu schlafen schienen. Doch Morgen, wahrscheinlich schon in aller fr?he, w?rden sie erwachen. Nichts w?rde ihnen entgehen. Brutal w?rden sie weitere, tiefe L?cher in die Stra?e bohren. Sie aufrei?en und erst nach und nach diese tiefen Wunden wieder verschlie?en. Ihr Blick viel auf die alten Ahornb?ume, welche einst dieser Stra?e den Namen Ahornalee eingebracht hatten. Sie wirkten alt und krank, aber vor allem ?ngstlich. Fast flehend reckten sie ihre alten, knorrigen ?ste in den Himmel empor, als ob Gott alleine ihnen noch helfen k?nnte. Aber anscheind konnte nicht einmal er sie noch eretten, denn die ersten B?ume waren schon diesen Unget?mern unterlegen gewesen. Aber vielleicht konnte er sie auch einfach nicht h?ren. Oder vielleicht war es auch einfach schon zu sp?t f?r sie gewesen und ihre Zeit schon lange unbemerkt abgelaufen.
Sie stellte fest, dass schon der erste junge Baum den Platz eines alten eingenommen hatte. Er wirkte fehl am Platz. War er doch der einzigste, der gerade und noch voller leben sprozend mit seine jungen ?ste den drau?en herrschend Sturm die Stirn bot. Irgendwie machte es sie traurig, das diese alten B?ume nun bald nicht mehr sein sollten.
Pl?tzlich sp?rte sie eine warme, weiche Hand auf ihrer Schulter. Ihr Gro?mutter hatte sich neben sie gestellt und blickte ebenfalls auf die Stra?e. Sie sagte, als h?tte sie die Gedanken ihrer Enkelin erraten, dass sie doch nicht so traurig gucken soll. In ihrem Leben w?rde sie noch viel ?fter sehen, wie alte, noch intakte Sachen gegen neue ausgetauscht werden w?rden. Und mit einem S?uftzer f?gte sie noch hinzu, das es mit den Menschen nicht anders sei. Ihre Lippen, welche stehts l?chelnden, verzogen sich.
Erst 2 Wochen sp?ter verstand Anne die Worte ihrer Gro?mutter. Ihre Eltern hatten sie, weil sie sich angeblich Sorgen um diese alte, gebr?chliche Frau machen w?rden, ins hiesige Altersheim gebracht. Ein Monat darauf, verstarb sie. Und keiner, au?er Anne, wusste warum.
Als Anne eines Tages durch Zufall an der nun "Neuen Ahornalee" vorbeikam, war die Stra?e schon seit geraumer Zeit fertiggestellt worden. Unbewusst fiel ihr Blick auf das fr?here Haus ihrer Gro?mutter und den davor stehenden Ahornbaum. Erst begriff sie nicht warum sie dieser doch so vertraute Anblick verwunderte, bis sie dann feststellen musste, dass er, der einzigste alte Baum zwischen all den jungen war. Es kam ihr so vor, als w?rde er die noch so jungen B?ume bewachen und vielleicht sogar besch?tzen.
Es war wohl das erste mal seit Wochen, das sie einfach l?cheln musste.
19.10.03 20:41





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